Heute schon mal durchgeatmet?

Autorin: Nicole

Während bei Festangestellten der Staat regelt, wie lange sie maximal arbeiten dürfen, wie viele Pausen ihnen die Vorgesetzten gestatten müssen, welche Nacht- und Ruhezeiten einzuhalten sind, ja sogar wie ein ergonomischer Arbeitsplatz auszusehen hat – sind Selbstständige Sklaventreibende und Ausgebeutete in Personalunion. Einerseits verlangen wir uns selbst immer mehr ab, andererseits wollen wir unserem inneren Boss manchmal laut zurufen: F*** you! Ich mach jetzt Wochenende und netflixe, bis mich die App fragt, ob ich noch immer die neuste Staffel «The Crown» binge.

Wie schaffst du es also, deine beruflichen Ziele zu erreichen, genügend – oder viel – Geld zu verdienen, Deadlines einzuhalten, eigene Projekte anzureissen, neue Kontakte zu knüpfen, deine Webseite aktuell zu halten und deine 100 Quittungen ins Buchhaltungssystem einzutragen? Und eigentlich wolltest du doch längst mal recherchieren, wie du das mit der Pensionskasse und der 3. Säule regeln könntest. Und braucht heutzutage eigentlich jede:r eine Cyber-Security-Versicherung? Und was ist mit einer Taggeld-Versicherung? Braucht es die? Google. Google. Google. Mitternacht! Schlafen. Morgen geht’s weiter.

Wie schafft man es, bei dieser endlosen To-do-Liste nicht komplett durchzudrehen?

1. Wende die Eisenhower-Matrix an

Teile deine To-do-Liste in vier Kategorien auf:

- Wichtig, dringend: Erledige die Aufgaben sofort.
- Wichtig, nicht dringend: Erledige die Aufgabe später.
- Dringend, nicht wichtig: Kannst du die Aufgabe delegieren? Vielleicht an eine:n Berufskolleg:in? Gibt’s eine App oder Software für dein Problem? Vergiss nicht: Nur weil du selbstständig bist, bedeutet das nicht, dass du alle Aufgaben selbst erledigen musst.
- Nicht wichtig, nicht dringend: Bloss weg damit. Konzentriere dich stattdessen auf die anderen drei Kategorien.

2. Mach einen Wochenplan

Es lohnt sich, zum Wochenbeginn eine Viertelstunde in die Planung zu investieren. Frage dich:

- Welche Aufgaben musst du erledigen?
- Wie viel Zeit beanspruchen die einzelnen Aufgaben?
- Welche Deadlines stehen an?

Anschliessend kannst du die Aufgabenblöcke sinnvoll auf die Woche verteilen und siehst so relativ schnell, ob du völlig unrealistische Ambitionen hast. Was ist schon unrealistisch, fragst du? Hier hilft die Grundregel: Wenn deine Planung die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 50 Stunden überschreitet, solltest du sie nochmals überdenken.

3. Plane Puffer ein

Wochenpläne, die nur dann funktionieren, wenn du permanent Höchstleistungen erbringst und dich keine Kundschaft mühsam lange vollquatscht, stehen auf wackligen Beinen. Plane Puffer für unproduktive Momente ein.

4. Plane Leben ein

Mittagessen, Feierabende und Wochenenden – auch sie haben einen Platz in deiner Agenda verdient und fallen definitiv nicht in die Eisenhowerische-Kategorie «nicht wichtig, nicht dringend». Hier gilt die Grundregel: Keine Freizeit ist auch keine Lösung. Es würde gehen, doch es geht nicht gut.

5. Zieh die Notbremse

Ja, da sind die Deadlines. Ja, da wäre diese Ausschreibung für ein tolles, neues Projekt. Ja, da wäre dieses spannende Webinar. Aber manchmal muss man die Notbremse ziehen, eine Deadline verschieben, Projekte absagen oder sie gar nicht erst annehmen. Denk dran: Lieber gönnst du dir regelmässige Erholungsinseln oder eine kurze Zwangspause anstatt irgendwann monatelang ein Burnout auskurieren zu müssen.